Krankheiten

Borreliose

Die Borreliose, eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektion sind winzige Bakterien, die wie Korkenzieher aussehen. Hauptüberträger ist die in Deutschland weit verbreitete Zeckeart "Holzbock", die mit ihren Borreliose-Erreger den Krankheitsverlauf oft erst Tage oder g ar Wochen, zum Erscheinen bringt.

Anfänglich lassen nur wenig pregnante Symptome, wie sie im Anfangsstadium vieler anderer Infektionskrankheiten auch auftreten knnen sichtbar werden. Als da wären: Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Fieber. Die schließlich einsetzenden Gelenksentzündungen lassen dann schon eher einen Verdacht auf Borreliose aufkommen. Meist sind verschiedene Gelenke wechselnd betroffen, vor allem die Gelenke an den Vorder- und Hinterläufen.

Aufgrund der sehr schmerzhaften Schwellungen beginnt der Hund zu lahmen, was sich besonders deutlich nach einer Ruhephase zeigt, also nach dem Aufstehen. Im weiteren Verlauf können auch Nervensystem, Herz, Nieren und andere Organe Schäden zeigen. Die Behandlung der Borreliose ist zwar möglich, ist allerdings aber sehr langwierig.

Zur Vorbeugung gibt es hier die verschiedensten Möglichkeiten, die allerdings mit dem Tierarzt - individuell auf jedes Tier -, abgestimmt werden sollten.

Leishmaniose

In unseren Breiten wurden bislang die Leishmaniosen als klassische tropenmedizinische Infektionskrankheiten angesehen und deshalb als reisemedizinisches Thematik behandelt. Dabei wird jedoch vergessen, daß Leishmaniosen auch im europäischen Mittelmeerraum vorkommen, und daß nun auch bereits Sandmücken in Deutschland gefangen wurden.

In den fünfziger Jahren wurden durch den Einsatz von Insektiziden, hauptsächlich DDT, gegen Malaria-übertragende Anopheles-Mücken auch die Überträger der Leishmaniosen, die Sandmücken (Phlebotomen) stark dezimiert. Heute haben sich die Sandmückenpopulationen jedoch wieder auf das Vorkriegsniveau vermehrt, mit der Folge, daß im Mittelmeerraum auch die Leishmaniose wieder bei Mensch und Tier zunimmt.

Die Leishmaniosen sind lang bekannte äußerst ernstzunehmende parasitäre Erkrankungen von Mensch und Tier. Es gibt viele Krankheitsformen der Leishmaniosen, die der jeweiligen geographischen Verbreitung der einzelnen Leishmania-Arten zuzuordnen sind. Sie reichen vom lokal begrenzten, spontan ausheilenden Solitärulkus bis zur tödlich endenden Allgemeinerkrankung.

Die Infektionsrate von Hunden mit Leishmanien ist besonders im Mittelmeerraum stellenweise sehr hoch:

Süd-Frankreich (bis 20%), Nord-Spanien (5-10%), Süd-Spanien (bis 42% in Andalusien), Italien (5-10%, auf Sizilien bis 80%), Nord-Griechenland (bis 3%), Süd-Griechenland (ca. 25%). Die Infektionsrate hängt von der lokalen Sandmückenpopulation und deren Stechgewohnheiten ab.

Eine Leishmaniose kann überall dort erworben werden, wo mit Leishmanien infizierte Sandmücken der Gattungen Phlebotomus oder Lutzomyia vorkommen - auch in Anrainerstaaten des Mittelmeeres, wie Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Ex-Jugoslawien, Griechenland und in den Ländern Kleinasiens (Türkei) sowie Nord-Afrikas. Mittlerweile vermutlich sogar in Süd-Deutschland.

Als vorbeugende Maßnahme gibt es seit neuerem Schutzhalsbänder, die bei Reisen ins benachbarte Ausland von den Tierärzten angeraten werden. Weiterhin gilt als unterstützende Maßnahme, Spaziergänge in den frühen Morgen- und den Abendstunden zu vermeiden, da zu dieser Zeit die Aktivitäten der Sandmücken als besonders hoch anzusetzen sind. Jeder Tierarzt berät hierzu gern und umfassend.

Leptospirose

Die Quelle für Leptospirose-Infektionen sind überwiegend Mäuse und Ratten, über deren Urin große Mengen an diesen Bakterien ausgeschieden werden. Im Wasser können Leptospiren wochenlang am Leben bleiben, nur durch Eintrocknung sterben diese Bakterien ab.

Durch Regenfälle bilden sich in den wärmeren Jahreszeiten flache Pfützen, so daß die Leptospiren ideale Bedingungen zur Vermehrung in den ständig warmen Wassersammelstellen finden. Gerade entlang der Feld-/Weidewegen finden sich jede Menge Mauselöcher, deren Urin die Bakterien in die Wassersammlungen bringen kann.

Abgesehen von möglichen Rückständen an Dünger- und Pflanzenchemikalien (gerade im Frühjahr), lauert somit die Gefahr der Leptospiren in den Wasseransammlungen, die dem Hund schnell mal als Erfrischungsort dient, so daß damit eine Infektion ausgelöst werden kann. Eine Infizierung direkt von Tier zu Tier ist eher selten.

Das Unberechenbare ist ferner, daß Leptospiren nicht nur durch kleine Verletzungen der Haut (also auch der Mundschleimhaut ), sondern darüber hinaus sogar durch die unversehrte Haut in den Körper gelangen. Zwar vergügt die Magensäure eines gesunden Hundes über genugend Kraft den/die Erreger abtötet, dennoch können eben über kleine Verletzungen die Erreger dennoch in den Blutkreislauf eindringen. So nun die Leptospiren in die Blutbahnen eingedringen, können sie sich dort vermehren, dann die roten Blutkörperchen zerstören und befallen dann vorwiegend die Nieren, aber auch Leber und anderes Gewebe. Dadurch könnten Organe unwiderruflich geschädigt werden.

Typische Symptome, die ein bis ca. drei Wochen nach der Infizierung auftreten: Fieber, Brechdurchfall und Gelbsucht, sowie anschließendes Nierenversagen.

Allerdings kennt man auch neben den akuten Erkrankungen die chronische und subklinische Verlaufsform, also Infektionen, bei denen sich äußerlich am Hund keine Symptome erkennen lassen. Nierenfunktionsstörungen könnten jedoch im Blut festgestellt werden und ein Indiez für diese Verlaufsform der Erkrankung sein.

Etwaige Impfungen und Therapien sollten, wie bei der Borreliose mit dem Tierarzt abgestimmt werden. Allderings liegt es in der Hand jedes einzelnen Hundehalters, sein Tier weitestgehend vor der Gefahr zu bewahren, so er auf die kleine Erfrischung seines Tieres in der "freien Natur" ganz einfach verzichtete.

Parvovirose

Galt früher Staupe als gefährlichste Infektionskrankheit für Hunde, so änderte sich dies mit dem Auftreten der Parvovirose (Ende der 70er).

Diese hochgradig ansteckend Viruserkrankung, deren Übertragung nicht nur von Tier zu Tier, sondern auch über Kleidung, Schuhe und andere Gegenstände erfolgen kann, basiert auf einem Virus, der sich in unserer Umwelt monatelang überleben kann. Das erkrankte Tier scheidet das Virus über einen langen Zeitraum mit Kot und Speichel aus, so daß dadurch auch andere Hunde, die in Kontakt mit diesen Ausscheidungen kommt, durchaus infiziert werden kann.

Wenige Tage nach einer Ansteckung treten hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Schwäche, Erbrechen und blutwässriger, fast nicht behandelbarer Durchfall auf. Der Darm verwehrtet keine Nahrung sowie Flüssigkeit mehr, so daß das Tier an dem hohen Flüssigkeitsverlust bzw. einer Auszehrung sterben kann. Durch die Viren kann es a uch zu einer Herzmuskelentzündung kommen, die zum plötzlichen Tod, manchmal sogar ohne vorherige Erscheinungen wie Brech-Durchfall führen kann.

Ungeimpfte Hunde, manchmal scheinen auch "geimpfte" Hunde, besonders Welpen im Alter um 8 Wochen (Wissenschaftliche Untersuchungen über die Ursache der Invizierung "geimpfter" Hunde werden und wurden bereits durchgeführt), können von diesem Virus befallen werden.

Es gilt also, Impfen - nach Abstimmung mit dem Tierarzt - ist immer der beste Schutz!

Staupe (Canine distemper)

Traditionelle Bezeichnung der sehr schwerwiegenden Hundeerkrankung, wird der Begriff Staupe heute im Allgemeinen für eine spezifische Infektion des Hundes, die durch den Morbilivirus ausgelöst wird, verwandt.

Die Inkubationszeit von 7 - 21 Tagen, der das Ansteigen der Körpertemperatur, Appetitlosigkeit, Husten und häufig auch von Durchfall folgt. Ein anfänglich wässrig wirkender Augen-/Nasen-Ausfluss, zeigt sich später dicker und schleimig, von graugrüner oder cremfarbiger Erscheinung, wird ausgelöst durch eine Sekundärinfektion.

Sofern Junghunde (unter 6 Monaten) erkranken, wird häufig auch der Zahnschmelz geschädigt, welcher sich dann lebenslang als braune Flecken im Schmelz darstellen. Die nennt man dann gemeinhin das "Staupegebiss".

Bei den erkrankten Hunden zeigen sich u.a. Schäden am Nervensystem in Form von krampfartigen Anfällen, Chorea (Muskelzuckungen) und sogar Lähmungserscheinungen können auftreten. In ihrer Jugend an Staupe erkrankte Hunde können im Alter ferner an Enzephalitis erkranken. Auslöser sind dann die im Nervengewebe zurückgebliebene, latenten Staupeviren.

Auch hier gilt - Schutzimpfung als Vorbeugung.

Zwingerhusten

Der allseits unter diesem Begriff bekannte Husten ist eine Infektionskrankheit (Tröpfcheninfektion), also ansteckend. Erreger sind bestimmte Viren (Parainfluenza, canines Adenovirus2, evtl. Herpes virus canis, menschliches Grippevirus A2 !) und manche Bakterien und Bakterienverwandte (Bordetella, Mykoplasma). Auf die Ansteckung mit diesen Krankheitsauslösern können aber noch eine ganze Reihe von anderen Keimen folgen, die den Verlauf komplizieren.

Aufgrund der Übertragungsform der Erreger "Tröpfcheninfektion", die durch das Niesen und Husten des erkrankten Tieres somit weitreichend verbreitet werden können, sind Lüftungs- und auch Heizungsanlagen zur weiteren Vereinfachung der Verbreitung mit beitragend.

Das geschwächte Abwehrsystem eines Hundes, z.B. durch Stressfaktoren, ist ursächlich für die Erkrankung. Wobei hier nicht ausschließlich der faktische Stress zu sehen ist, sondern vielmehr auch der "körperliche" Stress, der z.B. in der Wachstumsphase, dem Zahnwechsel, bei parasitärem Befall, bei Futterwechesel sowie ungünstigere Witterungslagen (Herbst & Frühjahr) und schließlich auch durch Veränderungen der Umgebung bzw. des Umfeldes.

Therapien spricht man mit dem Tierarzt ab, da eine prophylaktische Versorgung nicht möglich ist..