Impfungen

Einen allgemein gültigen Impfplan gibt es nicht!

Grundsätzlich geimpft wird i.d.R. gegen folgende Erkrankungen:

  • Staupe
  • Parvovirose
  • Hepatitis
  • Leptospirose
  • Tollwut
  • Zwingerhusten

  • Ggf. sollte aber auch eine Impfung gegen Zecken-Borreliose (Borrelia burgdorferi) heute ins Betracht gezogen werden.
  1. Die Grundimmunisierung wird üblicherweise in der 7. bis 8. Lebenswochen verabreicht. Dabei wird gegen Staupe, Parvovirose, Hepatitis und Leptospirose aktiv geimpft. Bei hohem Infektionsaufkommen (Rücksprache mit/Anraten des Tierarzt/es) wird das Hundkind bereits in der 6. Lebenswoche gegen Staupe und Parvovirose geimpft.

  2. Die erste Tollwutimpfung erfolgt hingegen nicht vor der 12. Lebenswoche.

  3. Die Nachimpfung sollte in der 12.-13. Lebenswoche erfolgen. Dies ist für eine vollständige Grundimmunisierung wichtig.

  4. Die Folgeimpfungen sind jährlich durchzuführen.

Es gilt stets zu bedenken, daß es Reisebestimmungen anderer Länder gibt, die verschiedenste andere/weitere Impfungen vorschreiben.


Impfplan:
 
Grundimmunisierung
 
 
1. Impfung
Nachimpfung
Nachimpfung
Staupe/Hepatitis/Leptospirose/
Parvovirose/Zwingerhusten
7. - 8.
Lebenswoche
12. - 13.
Lebenswoche
jährlich
Tollwut
ab 12.
Lebenswoche
rd. 4 Wochen
später

Bei hohem Infektionsaufkommen von Staupe und Parvovirose bereits in der

5. - 6.
Lebenswoche
alle 2 - 4 Wochen
bis zur 12. bzw. 16. Woche


Vorbedingungen für die Impfung:

Es dürfen nur klinisch gesunde Tiere geimpft werden. Jeder Tierarzt kontrolliert den Gesundheitszustand eines zu impfenden Tieres anläßlich einer anstehenden Impfung. Auch ein eventuell vorhandener Parasitenbefall muß vor einer Impfung vollständig ausgeheilt sein, was für eine Wurmkur rd. 14 Tage vor einer geplanten Impfung spricht.

Erwachsener Hund:
Auch für gänzlich ungeimpfte, erwachsene Hunde, ist eine Impfung angesagt. Es ist also nie zu spät!

 

Das Impfbuch
Also, einmal jährlich steht nun die Impfung unserer 4beiner an. Und den regelmäßigen Vollzug dieser Impfungen finden wir in den Impfbüchern der Hunde wieder.

Also schauen wir doch einmal genauer rein.

Daten zum Hund & Halter, incl. Chip-Nr.-Beleg (linke Seite)
Die Tollwutimpfung (rechte Seite)

Die weiteren, jählichen Impfungen gegen Staupe, Hepatitis etc.. Siehe hierzu die Beschreibung was sich im Einzelnen dahinter verbirg, im nachfolgenden Text!

Und hier findet sich dann auch der allseits bekannte, aber nicht wirklich bewußte Schlüssel SHPPiLT (vormals SHLPT).

Diese wichtige Sache, über die wir aber doch eigentlich gar nicht so genau Bescheid wissen, oder?! Richtig, Tollwut, Staupe u.v.m. Aber dennoch. Lassen wir uns doch einfach mal hier aufzeigen, was da so alles hinter steckt.

Amtliche Bescheinigung über die Identität (linke Seite)
Amtstierärztliche Gesundheitsbescheinigung (rechte Seite)

Tja, das waren eigentlich schon die wichtigsten Ausführungen zum Inhalt eines Impasses. Und wer nun will oder nicht, kann sein Impfbuch für den Hund, auch noch mit einem Photo versehen.
Aber nun! Was also, was steckt denn jetzt tatsächlich hinter der Bezeichnung S H P (Pi) LT(vormals SHLPT)?! Dann laßt es uns einfach mal genauer unter die Lupe nehmen.

Staupe (Hartballenkrankheit)

Diese, meist beim Junghund (zwischen dem 3ten bis 6sten Monat, kann aber durchaus auch beim älteren Hund zutrage treten) auftretende Erkrankung greift das Immun- und Nervensystem an, sowie sie auch auf das Zellgewebe Auswirkungen zeigt.

Der vom Hund inhalierte Virus breitet sich in dessen Körper aus, sofern die Antikörper des Tieres die Abtötung des/der Virus/Vieren nicht vermag.

Symptome:
der junge Hund, wirkt stumpf und träge und hat zumeist leichte Temperatur. Für gewöhnlich ist bei einer leichten Infizierung das Tier durchaus in der Lage die körpereigenen Abwehrkräfte soweit zu mobilisieren, daß der Junghund die Krankheit erfolgreich bekämpt. Allerdings stellt sich bei einer ernsteren/stärkeren Erkrankung sehr hohes Fieber ein, und im weiteren Stadium zeigen sich neben der Trägheit, Nase- und auch Augenausfluss, Husten, Erbrechen und Durchfall. Daneben kann dicke, aufgeplatzte und harte Haut am Nasenspiegel, wie auch an den Pfoten ein weiteres Anzeichen für eine Staupe-Erkrankung schwererer Art sein.

Der weitere Fortlauf zeigt nervliche Symptome, die etwa in der vierten Woche nach der Infizierung auffällig werden. Als da wären, leichtes Zittern sein bis hin zu epileptischen Anfällen.

Hepatitis (akute Lebererkrankung)

Erkrankungsanzeichen bei dieser Lebererkrankung können extrem variieren.

 

Symptome:
Bauchschmerzen (der Hund erscheint träge), Appetitlosigkeit, Erbrechen, erhöhte Temperatur, Gelbfärbung der Augäpfel, wie auch des Zahnfleisches, sowie über dies Geschwülste sich am Zahnfleisch abzeichnen können. Darüber hinaus heller Stuhl und dunkler Urin.

Behandlung:
Sobald mehrere der hier genannten Symptome auffällig sind, führt der sofortige und unmittelbare Weg zum Tierarzt. Jede Verzögerung der Arztkonsultation verringert deutlich die Heilungschancen. Die Diagnose der Hepatitiserkrankung stellt der Arzt an einer Blutprobe, wobei zur Überprüfung des Allgemeizustandes durchaus auch Röntgenaufnahmen gemacht werden können.

 

Parvovirose (Katzenseuche)

Seite Ende der 70er Jahre ist diese - plötzlich simultan in Großbritannien, Nordamerika und Australien aufgetretene Erkrankung - relativ weit verbreitet. Diese Virusinfektion, die mit der infektiösen Katzenanämie bei Katzen vergleichbar ist, zeigt folgende

Symptome:
Darmentzündung mit blutigem Durchfall, aktues Erbrechen (auch von reiner Flüssigkeit), starker Apathie, hohes Fieber

Behandlung:
Wird die Krankheit nicht sofort behandelt, verläuft sie unweigerlich tödlich und stellt sich auch heute noch mit recht geringen Heilungschancen dar. Die Behandlung dieser oft akut auftretenden Erkrankung erfolgt symptomatisch und fordert reichlich Kräfte. Die Therapieformen können sowohl durch Infusionsgabe (Tropf), Bluttransfusionen und Antibiotikaverabreichung sein und werden analog des Erkrankungsbildes vom Tierarzt abgestimmt.

Pifür Zwingerhusten

Zwingerhusten, keine ausschließliche Krankheit für Zwingerhunde! Der Name Zwingerhusten täuscht gewaltig! Und genau da liegt die Problematik, daß Hundehalter - bedingt dadurch, daß sie ja keine Zwingerhunde haben - nicht bewußt dagegen impfen lassen.

Es handelt sich beim Zwingerhusten um eine Infektionskrankheit, ist also ansteckend und erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Erreger sind bestimmte Viren (Parainfluenza, canines Adenovirus2, evtl. Herpes virus canis, menschliches Grippevirus A2 !) und manche Bakterien

und Bakterienverwandte (Bordetella, Mykoplasma). Auf die Ansteckung mit diesen Krankheitsauslösern können aber noch eine ganze Reihe von anderen Keimen folgen, die den Verlauf komplizieren.

Achtung: Eine Infizierung vom Menschen zum Hund mit Grippe ist durchaus möglich.

Der Name "Zwingerhusten", der darauf abzielt, daß Hunde viele verschiedener Arten oder auch gleicher Rassen aufeinandertreffen (z.B. gewerbliche Hundehändler, Tierheimen, Hundepensionen, aber auch auf Ausstellungen und Hundeplätzen) trügt also mit seinem Namen. Ähnlich wie beim Menschen werden die Infekte eben bei größeren Ansammlungen von Individuen (hier den Hunden) einfacher, bisweilen schneller übertragen..

Symptome:
wenige Tage nach der Ansteckung (4 - 10) treten Atembeschwerden, Husten und Nasenausfluß auf. Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien sind entzündet. Schlagartige Hustenattacken, z.T. mit starkem Würgereiz verbunden, so daß man an einen Fremdkörper im Hals glaubt.

Das Allgemeinbefinden ist meist nicht beeinrächtigt, auch das Abschlucken von Futter macht keine Probleme. Fieber kommt bei den einfachen Fällen nicht vor. Bei komplizierten Formen leidet der Patient unter fiebriger Lungen- und Brustfellentzündung. Dieses Krankheitsbild ist ungleich dramatischer.

Der Husten kann nach wenigen Tagen verschwinden, aber auch 14 Tage (oder in ungünstigen Fällen monatelang) anhalten. Bei komplizierten Formen sind durchaus aus Todesfälle möglich! Auch Folgeschäden an Lunge und Herz können bei längerer Krankheitsdauer und schwerem Verlauf auftreten.

Der Nasenausfluß ist anfangs meist wäßrig-klar, durch bakterielle Erreger kann er eitrig werden. Wie der Husten kann auch der Nasenausfluß unterschiedlich lang bestehen bleiben. Bei eitrigem Nasenausfluß und Fieber wird der Tierarzt nachfragen, ob der Hund gegen Staupe ausreichend geimpft ist. Diese kann ähnlich aussehen!

Behandlung:
In leichten Fällen, wenn der Husten nach ein bis zwei Tagen wieder verschwindet, ist keine spezielle Behandlung nötig. Hier ist offensichtlich das Abwehrsystem des Patienten stark genug oder die krankheitsverursachende Wirkung des Erregers sehr schwach, so daß der Körper selbst damit fertig werden kann.

In allen fraglichen Fällen oder bei Fieber, eitrigem Nasenausfluß, gestörtem Allgemeinbefinden bleibt der Gang zum Tierarzt unvermeidlich. Er wird den Hund mit Antibiotika, schleimlösenden und eventuell auch mit abschwellenden und fiebersenkenden Mitteln versorgen. Auch ein Aufbau des Immunsystems mit Paramunitätsinducern oder Echinacea ist sinnvoll. Möglicherweise muß auch ein Röntgenbild von Herz und Lunge angefertigt werden, insbesondere wenn eine Lungenentzündung oder auch ein Herzleiden vermutet wird. In schweren Fällen können auch noch
Blutuntersuchungen dazukommen. Aufgrund der möglichen Spätschäden, darf diese Krankheit nicht verharmlost werden.

 

Jetzt sind wir wieder am Anfang: Es gibt sie - die Impfung gegen Zwingerhusten, aber in Deutschland haben wir zur Zeit nur einen injizierbaren Impfstoff gegen Parainfluenza-Viren (das Pi oder zweite P auf dem Aufkleber im Impfbuch).

Leider liegt er nicht als Einzelimpfstoff, sondern nur in Kombination mit Staupe, Hepatitis und Parvovirose vor. Es lohnt sich daher, bei der jährlichen Kombinationsimpfung den Zwingerhusten miteinzubeziehen. Andernfalls muß zweimal im Abstand von etwa 2 bis 4 Wochen mit dem Kombi-Impfstoff nachgeimpft werden.

Weitere Alternativ-Prophylaxen wie z.B. ein "Nasenimpfstoff" sollten mit dem Tierarzt abgestimmt werden. Dieser erklärt letztlich genau, was für welchen Fall und welches Tier die sinnvollste Methode ist.

 

Leptospirose

Auch dies durch Bakterien verursachte Erkrankung, splittet sich in zwei Formen.

Die icterohaemorrhagische Form ist eine der beiden Leptospirose-Arten, die beim Hund bekannt sind. Hier greifen Bakterien die Leber an. Die vom menschlichen Krankheitsbild bekannte Weil-Krankheit geht mit ihrem Ursprung auf diese Form der Leptospirose zurück, wobei Hunde alledings nicht als Krankheitsüberträger angesehen werden. Einer akuten und schweren Erkrankung und dem daraus resultierenden Leberschaden folgt häufig ein schneller Tod.

Die zweite Form (leptospira canicola) greift die Nieren an und wird genaus, wie die andere Art, durch Ausscheidungen verbreitet. Die Inkubationszeit beträgt rund eine Woche.

Symptome:
Trägheit, hohes Fieber, Erbrechen, starker Durst, blutiger Durchfall, Gelbfärbung des Augapfels (Augenweiß) und des Zahnfleisches, wie auch Zahnfleischgeschwülste.

Behandlung:
Sofortige/s Kontaktierung/Aufsuchen eines Tierarztes. Es folgt eine sofortige Antibiothika-Behandlung, die die Überlebenschance erhöht.
Während einer Tierbehandlung gilt äußerstes Hygiene-Beachtung. Handschuhe tragen, sofortige Handwäsche nach einer Berührung.

 

Tollwut

Hierbei handelt es sich um eine tödlich verlaufende Viruskrankheit, welche durch den Speichel eines infizierten Tieresübertragen wird. I.d.R. also durch den Biß eines an Tollwut erkrankten Tieres. Darüber hinaus ist diese Erkrankung als "Rasse-/Species"-übergreifend anzusehen, d.h. ein Wolf kann durchaus einen Hund infizieren.

Symptome:
Schluckunfähigkeit, Hyperaktivität (wildes Herumrennen), Aggressivität (um sich Beißen), aber auch Apathie, hohe Geräuschempfindlichkeit, vermehrter Durst und Lähmungserscheinungen.

Behandlung:
Keine! Der durch einen Biß implizierte Virus wandert über die Nervenbahnen zur Speicheldrüse, wo er sich vermehrt. Erkrankte Hunde haben quasi keine Überlebenschance. Menschen, die mit einem an Tollwut erkrankten Tier Kontakt hatten, sollten umgehend mit einem Humanmediziner eine Impfung abstimmen. Vor allem aber dann, wenn bereits zu einem früheren Zeitpunkt der entsprechende Mensch, bereits mit einem Tollwut-Vorfall in Verbindung stand.

Überdies verlangt der Gesetzgeber, daß jedes "ungeimpfte" Tier (Hund), welches mit einem tollwutinfizierten Tier Kontakt hatte, sofort getötet wird.

 

Für uns heisst die Devise:

Bei jedem ersten Verdacht, oder bei dem Erkennen irgendwelcher Symptome, direkt den Arzt auf suchen. Eine frühzeitige Behandlung erhöht die Heilungschancen!